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Für diesen Artikel möchte ich die Gebäude aller Lichtlöcher digital, so genau wie möglich wieder auferstehen lassen. Dafür habe ich auf Basis von Riß bzw. Gebäudezeichnungen aus dem Bergarchiv und anderer zeitgenössischer Zeichnungen Grafiken angefertigt.
In der Literatur steht, das die Lichtlöcher Typbauten verwendeten. Was zwar stimmt aber das betrifft nur die Planungen. Nur die wenigsten der Lichtlöcher wurden wie geplant gebaut. Das 5. sollte beispielsweise wie das 4. aussehen, bekam aber am Ende ein wesentlich kleineres Turbinengöpelhaus. Das 6. wurde wie das 2. und 3. gebaut, mußte dann aber die kornische Dampfmaschine des 1. aufnehmen, weshalb man das Maschinenhaus Aufstocken mußte. Das 1. war wie das 4. geplant, mußte aber auf Dampfbetrieb umgerüstet werden, obwohl man extra einen Kunstteich daneben angelegt hatte. Und für das dritte bekam man die geplante Dampfmaschine nicht.
Das 1. Lichtloch beispielsweise sah nach Umbau auf eine kornische Dampfmaschine ungefähr so aus:

Hier mal kurz examplarisch erklärt, wie ich darauf komme: Von diesem Gebäude gibt es eine zeitgenössische Bleistiftzeichnung. Details dieser Zeichnung kann man mit Rißzeichnungen aus dem Bergarchiv prüfen, so beispielsweise die Existenz des kleinen Vorbaus mit dem Doppelfenster. Dieser taucht in den Rißzeichnungen auf. Andere Details, wie die Steinmauern ergeben sich zum Einen aus der Zeichnung, zum Anderen daraus, dass es technisch notwendig war Steinmauern im Gebäude zu verwenden, weil nach dam Umbau auf Dampfbetrieb ein schwerer Balancier der Kornischen Dampfmaschine darauf gelagert werden mußte.
Details wie Holzverkleidungen oder die Bergschmieden wurden an den Lichtlöchern identisch ausgeführt und sind teilweise noch in Originalfotos belegt (2. Lichtloch). Dinge wie die Wächterglocke waren für alle Lichtlöcher Standard. Diese befanden sich immer direkt über dem Schacht. Ich bin mir nicht sicher ob die Schornsteine rund oder eckig waren. Mir vorliegenden Gebäudezeichnungen legen nahe, das sie rund waren.

Zeichnungen wie diese kann man nun als Referenz nehmen um mit einem KI-Bildgenerator daraus fotorealistische Darstellungen erzeugen zu lassen. Dafür lade ich die Referenzzeichnung zu Chat-GPT hoch und lasse mir zuerst von diesem System einen Prompt generieren, der den Inhalt der Referenzzeichnung genau beschreibt. Diesen Text ergänze und korrigiere ich dann. Chat-GPT ist viel besser und schneller darin als ich den Inhalt eines Bildes exakt zu beschreiben.
Danach lade ich die Referenzzeichnung in einen KI-Bildgenerator (OpenAI SORA) und gebe ihm die, von Chat-GPT angefertigte Bildbeschreibung als Aufgabe. Der Bildgenerator nimmt dann die Informationen aus dem Prompt und die Informationen aus dem Referenzbild und generiert ein komplett neues Bild innerhalb der ihm durch den Prompt vorgegebenen Parameter. Wenn das Bild zu sehr von meinen Erwartungen abweicht ändere ich den Prompt. Ziel ist es ein Bild zu erzeugen, das so nah an meinen Erwartungen ist, dass ich die verbleibenden Fehler selbst mit Photoshop korrigieren kann.
Hier sind ein paar Ergebnisse:
1. Lichtloch des Rothschönberger Stollns:
Alles in allem sehr gut getroffen. Hohe übereinstimmung mit der Zeichnung oben. Die KI hat das Hammer und Schlegel symbol nicht gekannt und beim versuch es im ersten stock einzufügen die Fensterabstände inkonsistent gemacht.

2. Lichtloch des Rothschönberger Stollns:
Das 3. Lichtloch sah sehr ähnlich aus, hatte aber keinen Anbau links. Der Anbau ist für das 2. Lichtloch durch einer Bauzeichnung im Bergarchiv belegt. In diesem war eine Scheidebank untergebracht. Die Fenster des Maschinenhauses waren vermutlich kleiner und nicht mit Ziegeln eingefasst. Das ist eine Ungenauigkeit in meiner Zeichnung. Ich hatte die Fenster wie in der Alten Elisabeth oder dem Maschinenhaus des Konstantin Schachtes gemalt. Das Foto unten legt nahe, daß sie kleiner und oben weniger rund waren.

Hier ist ein Vergleich mit einem Originalfoto interessant, das entweder das 3. oder das 2. Lichtloch zeigt, nachdem die Maschinengebäude abgetragen wurden:

Die Übereinstimmung ist nicht komplett unerwartet, denn meine Zeichnung basiert auf diesem Foto aber wenn man die Maschinengebäude oben sieht, dann kann man ohne viel Fantasie erahnen, das die KI-Version ziemlich nahe am Original sein dürfte.
5. Lichtloch des Rothschönberger Stollns:
Das Turbinengöpelhaus ist durch eine Bleistiftzeichnung von Schwamkrug überliefert. Diese Zeichnung stimmt mit einer anderen Darstellung aus der Illustrierten Zeitung überein, welche das Göpelhaus, wenn auch ziemlich klein zeigt.
Hier gibt es eine animierte Kamerafahrt zum 5. Lichtloch. Ich kann das hier leider nicht einbetten:
https://freiberger-revier.de/extern/lichtloch-5.mp4

Details habe ich mit Photoshop nachgebessert. Ich habe mich hier im wesentlichen auf diese Zeichnung gestützt:

Diese Zeichnung zeigt nur ein einstöckiges Treibehaus. Das kann man leicht übersehen oder als Ungenauigkeit abtun aber es gibt eine Bleistiftzeichnung von Schwamkrug, welche diesen Fakt bestätigt. Die Zeichnung ist wirklich seht gut, denn sie zeigt auch drei Eingänge an der Bergschmiede, genau wie an der Bergschmiede des 7. Lichtlochs.
6. Lichtloch des Rothschönberger Stollns:
Das Rad im Vordergrund ist dem erfolglosen Versuch geschuldet, der KI beizubringen, dass aus der Schachtaufsattelung ein Gegengewicht herausragte. Für solche technischen Details hat die KI keine Bildvorlagen. Das ist zu speziell für ihren Trainingsdatensatz. Eine weitere Ungenauigkeit ist, dass das Kesselhaus (rechts) breiter sein müsste als das Maschinenhaus (mitte). So etwas ist der KI schwer beizubringen.

7. Lichtloch des Rothschönberger Stollns:
Dieses Lichtloch existiert bekanntlich noch, weshalb es sich als Referenz anbietet um zu sehen, wie sehr die KI bei der Bildgenerierung daneben liegt. Das Ergebnis ist ziemlich gut.Die Radstubenkaue stimmt nicht aber das kann man mit Photoshop bereinigen. Die Halde ist in etwa so groß wie die Originalhalde des Lichtlochs. Die größte Ungenauigkeit ist der Vordergrund. Von dieser Seite aus gesehen wuchs die Halde aus einem Abhang heraus. Sie fiel bei weitem nicht so tief ab.

So sah es auf einem zeitgenössischen Foto aus:
